Gut vorbereitet ist halb zertifiziert

Dieser Mann spricht aus Erfahrung. Botond Mezey ist Studiobetreiber und Prae-Zert-Auditor. Nach seinen erfolgreichen Zertifizierungen weiß er genau, worauf zu achten ist. Hier gibt er interessierten ­Studiobetreibern daher wertvolle Tipps, damit die Prüfung möglichst ­reibungslos und erfolgreich verläuft.        

F&G: Warum hast du dich dazu ­entschlossen, die Ausbildung als QM-Auditor zu machen?

Botond Mezey: Die Ausbildung war nicht gerade günstig. Aber der Sinn und Zweck hat mich überzeugt. Ich möchte als Qualitätsprüfer meinen Anteil dazu leisten, dass die Anzahl der Gesundheitsdienstleister im Sinne des § 20 SGB V in der Fitnessbranche noch größer wird.

F&G: Wie war die Ausbildung?

Botond Mezey: Anspruchsvoll und den Anwendungsbereichen ent­sprechend. Mit dieser Ausbildung möchte der TÜV Auditoren auch dazu befähigen, unter bestimmten Voraussetzungen Krankenhäuser, Apotheken oder andere sogenannte Gesundheitscenter prüfen zu können.

F&G: Du prüfst nun seit März diesen Jahres Studios nach Prae-Zert, den Qualitätskriterien des BVGSD e.V. Was spricht aus deiner Sicht für diese Zertifizierung?

Botond Mezey: Als aktiver Studio­betreiber gab es für mich Zeiten, wo ich so ziemlich alle Gütesiegel besaß, die auf dem Markt waren: RAL, TÜV, Praefit und WIF. Jetzt gibt es jedoch mit Prae-Zert eine Lösung mit klaren wirtschaftlichen Zielen, die für jedes Studio darstellbar sind.

F&G: Wie meinst du das?

Botond Mezey: Meine Überzeugung basiert auf zwei Gründen. Wenn die Zertifizierung mich inklusive der Nebenkosten insgesamt ca. 900 Euro kostet, habe ich hier die Möglichkeit, bereits beim ersten stattfindenden Kurs mit zwölf Teilnehmern einen Return of Invest zu erzielen. Eine solche Berechnung ging früher nicht auf, wegen der damals nötigen Kosten von mehreren Tausend Euro für die aufwendige Personalausbildung sowie die ebenfalls weitaus teurere Studioprüfung.

F&G: Und was ist der zweite Grund?

Botond Mezey: Die vom BVGSD e.V. unter Federführung von Prof. Dr. Theo Stemper definierten Kriterien, ergänzt durch den sinnvollen Teil der DIN 33195 für Fitnessstudios, sowie einige Aspekte aus dem Qualitätsmanagementsystem des Gesundheitswesens, machten mir deutlich, dass diese Zertifizierung absolut hochwertig ist. Das Studio kann sich dadurch gegenüber Mitbewerbern als Qualitätsstudio mit konkretem gesundheitsorientiertem Angebot zu erschwinglichen Preisen abgrenzen.

F&G: Du hast uns gesagt, dass unter bestimmten Umständen die Prüfungen so zügig durchgeführt werden können, dass an einem Tag sogar bis zu drei Studios geprüft werden könnten.

Botond Mezey: Ich habe zwar noch nie drei Studios an einem Tag geprüft, aber wenn die An- und Abreise zu den drei Studios kurz wäre und die Studiobetreiber die Prüfung optimal vorbereiten, dann wäre das bei optimaler Koordination in der Tat möglich.

F&G: Was verstehst du unter „optimal vor­bereitet“?

Botond Mezey: An erster Stelle ist da der Online-Fragebogen auf der Homepage des BVGSD zur Prüfungsvorbereitung zu nennen.

F&G: Warum ist dieser Test so wichtig?

Botond Mezey: Durch einfache „Ja“-bzw. „Nein“-Antworten ist im Groben schon die Qualität des Studios zu erkennen. Da­rüber hinaus ist die Unterstützung durch die BVGSD-Geschäftsstelle, unter Leitung von Herrn Willems, bei der Anmeldung gut organisiert und sehr hilfreich. An zweiter Stelle muss man sagen, dass die absolut korrekte und ehrliche Beantwortung des Fragebogens es dem Studiobetreiber ermöglicht, in direkter Zu­­sammenarbeit mit der Geschäftsstelle eventuelle Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen. Drittens ist es sicherlich auch hilfreich, dass die Studios anschließend einen Audit-Plan zusammen mit der Terminbestätigung für die Prüfung erhalten.

F&G: Was ist beim Termin selbst dann noch wichtig?

Botond Mezey: Entscheidend für einen möglichst schnellen Ablauf der Prüfung ist natürlich auch eine komplette Zusammenstellung aller für die Prüfung besprochenen und gewünschten Dokumente und Papiere.

F&G: Wo lagen bis dato die größten Probleme beim Prüfungsvorgang?

Botond Mezey: Ich möchte das an einem kleinen Beispiel verdeutlichen. Ein Reinigungsplan, den die Studioleitung ganz klar definiert hat, hilft nur, wenn die Reinigungskräfte diesen Plan 1:1 umsetzen. Was ich letztlich damit sagen möchte: Wir müssen das leben, was wir vorher zu Papier gebracht haben.

F&G: Wo sehen die Bewerber für eine Zertifizierung ihrer Studios momentan noch am ehesten Probleme?

Botond Mezey: Bei der Zertifizierung kommt es häufig durch die Verwechslung von Studioleitung und sportlicher Leitung zu Problemen. Gefordert wird für die Zertifizierung ein sportlicher Leiter entsprechend dem EQF-Level 6 (u.a. Physiotherapeut, Sport-Bachelor, diplom-Sportlehrer etc.). Es geht jedoch bei dieser Frage nur um den sportlichen Leiter, der allerdings nicht ununterbrochen anwesend sein muss. Er sorgt dafür, dass die Qualität der Betreuung durch die Trainer und die Durchführung von Kursen und Programmen nach den aktuellen Erkenntnissen der Sportmedizin stattfindet.

F&G: Wie lange muss der sportliche Leiter pro Woche im Studio anwesend sein?

Botond Mezey: Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muss der sportliche Leiter pro Woche mindestens zehn Stunden für diese Aufgaben zur Verfügung stehen. Rein theoretisch kann also ein solcher sportlicher Leiter bis zu vier Studios gleichzeitig á 10 Stunden betreuen.

F&G: Gibt es auch noch andere Wege, um diese Vorgabe zu erfüllen?

Botond Mezey: Ein sportlicher Leiter kann auch ein Trainer mit bestimmten Lizenzen, wie z.B. Präventionscoach DFAV e.V. und mit ausreichender Trainererfahrung (mindestens fünf Jahre) in einem Fitnessstudio sein. Die letzte Entscheidung unterliegt dann allerdings dem Ausbildungsdirektor des DFAV, Prof. Dr. Theo Stemper.

F&G: Vielen Dank für das Gespräch.

 Zum Studiocheck

www.bvgsd.de

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